Denk- und Entwicklungsfeld 5

Integrative Humanbiologie, Somatik und Psychologie des Raumerlebens

Über dieses Denk- und Entwicklungsfeld

Dieses Denk- und Entwicklungsfeld erschließt den Menschen in seiner biologischen, körperlichen, leiblichen und psychischen Organisation im Raum.

Es umfasst die Ebenen von Zelle, Gewebe, Organen und Organsystemen über Physiologie, Bewegung und Körperwahrnehmung bis zu Sensorik, neurologischer Verarbeitung, Emotion, Kognition und Bewusstsein.

Im Mittelpunkt steht damit der Mensch als ganzer Organismus und erlebendes Wesen in Beziehung zum gebauten Raum.

Künstliche Illustration eines menschlichen Kopfes mit sichtbaren Nervensträngen und Gehirn, in Neonfarben auf schwarzem Hintergrund.

Bedeutung für monumentale und sakrale Architektur

Monumentale und sakrale Architektur begegnet einem Menschen, der Räume nicht nur betrachtet, sondern sie körperlich durchschreitet, sinnlich wahrnimmt, physiologisch verarbeitet und psychisch erlebt.

Raumdimension, Bewegung, Materialität, Licht, Klang und Atmosphäre treffen dabei auf unterschiedliche Systeme des menschlichen Organismus und werden zugleich wahrgenommen, eingeordnet und erlebt.

Der Mensch bildet damit selbst eine wesentliche Dimension für das Verständnis räumlicher Erfahrung.

Leuchtende, abstrakte neuronale Netzwerke oder elektrische Verbindungen in Neonfarben auf dunklem Hintergrund
Künstlerische Darstellung eines menschlichen Herzens in leuchtenden Farben mit sichtbaren Blutgefäßen, umgeben von farbigen Rauch- oder Nebeleffekten.
Nahaufnahme eines blauen und roten Glühbirnen-Netzwerk mit leuchtenden Knoten und Verbindungen im Dunkeln.

Wissenschaftlicher Bezugsraum

  • Molekulare und zelluläre Ebene
    Molekularbiologie · Zellbiologie · sensorische Signaltransduktion

  • Gewebe-, Organ- und Organsystemebene
    Humananatomie · Histologie · Organanatomie · Neuroanatomie · Bewegungsapparat · Sinnesorgane · Kreislauf · Atmung · endokrines und autonomes Nervensystem

  • Physiologische und regulatorische Ebene
    Humanphysiologie · Endokrinologie · Homöostase · autonome Regulation · Stressphysiologie

  • Bewegung und Somatik
    Biomechanik · Motorik · Haltung · Bewegung · Somatik · Körperschema · Körperrepräsentation

  • Körperwahrnehmung
    Interozeption · Propriozeption · Somatosensorik · vestibuläre Wahrnehmung

  • Sensorische Verarbeitung
    Sinnesphysiologie · multisensorische Integration · visuelle · auditive · taktile · thermische und vestibuläre Wahrnehmung

  • Neurologische und neuropsychologische Ebene
    Neurophysiologie · Neuropsychologie · neuronale Informationsverarbeitung

  • Psychische und kognitive Ebene
    Emotionsforschung · Kognitionspsychologie · Aufmerksamkeit · Gedächtnis · Bewusstsein · subjektives Erleben

  • Räumliche Orientierung
    räumliche Kognition · Orientierung · Navigation · Körper-Raum-Repräsentation

  • Mensch–Umwelt-Beziehung
    Umweltpsychologie · ökologische Wahrnehmung · Embodiment · enaktive Kognition

Digitale Illustration eines menschlichen Gehirns und Nervensystems, leuchtend in Blau, Orange und Rot auf schwarzem Hintergrund.
Eine digitale Darstellung eines menschlichen Herzens mit autonomem Nervensystem, hervorgehoben durch leuchtende rote und gelbe Linien.

Ausgewählte Leitfiguren des wissenschaftlichen Bezugsraums

  • Anatomie und strukturelle Organisation
    Andreas Vesalius – moderne Humananatomie
    Santiago Ramón y Cajal – Neuroanatomie und neuronale Organisation

  • Physiologie und Regulation
    Claude Bernard – integrative Physiologie und milieu intérieur
    Walter B. Cannon – Homöostase und vegetative Regulation
    Hans Selye – Stressphysiologie und Anpassungsprozesse

  • Neurophysiologie und neuronale Integration
    Charles Scott Sherrington – integrative Funktion des Nervensystems und Propriozeption
    Alan Hodgkin & Andrew Huxley – neuronale Erregungsleitung und Membranphysiologie

  • Bewegung und Somatik
    Nikolai Bernstein – Bewegungskoordination und Motorik
    Moshe Feldenkrais – Bewegung, Körperwahrnehmung und somatisches Lernen
    Thomas Hanna – Somatik und körperliches Selbsterleben

  • Somatosensorik und Körperwahrnehmung
    Ardem Patapoutian – Mechanosensation, Berührung und Propriozeption
    A. D. Craig – Interozeption und neuronale Repräsentation innerer Körperzustände
    Hugo Critchley – Interozeption und Körper-Gehirn-Integration
    Patrick Haggard – Körperrepräsentation, Handlung und Somatosensation

  • Sensorische Wahrnehmung
    Hermann von Helmholtz – Sinnesphysiologie und Wahrnehmungsforschung
    Georg von Békésy – Physiologie des Hörens
    David Hubel & Torsten Wiesel – neuronale Verarbeitung visueller Information
    David Julius – molekulare Grundlagen von Temperatur- und Schmerzempfindung

  • Emotion, Kognition und Bewusstsein
    William James – Wahrnehmung, Bewusstsein und körperbezogene Emotionstheorie
    Antonio Damasio – Körper, Emotion, Kognition und Bewusstsein
    Joseph LeDoux – neuronale Grundlagen emotionaler Verarbeitung
    Karl Friston – neuronale Informationsverarbeitung und Active Inference

  • Räumliche Orientierung und Navigation
    Edward C. Tolman – kognitive Karten und räumliches Lernen
    John O’Keefe – neuronale Repräsentation von Ort
    May-Britt Moser & Edvard Moser – neuronale Koordinatensysteme und räumliche Navigation

  • Wahrnehmung, Embodiment und Mensch–Umwelt-Beziehung
    James J. Gibson – ökologische Wahrnehmung und Mensch–Umwelt-Beziehung
    Maurice Merleau-Ponty – Leiblichkeit und verkörperte Wahrnehmung
    Francisco Varela, Eleanor Rosch & Evan Thompson – Embodiment und enaktive Kognition

Ein prunkvoller, goldverzierter Barockraum mit großen Fenstern, Kronleuchtern und Spiegeln, eingerichtet für Meditation oder Zen-Praktiken, mit Matten und Rollläden auf dem Boden, Sonnenuntergang im Hintergrund und einem Transparent mit dem Logo "Memorian Experiences".

Einordnung in MEMORIAN

Innerhalb des MEMORIAN Instituts erschließt dieses Denk- und Entwicklungsfeld die menschliche Dimension des Raumerlebens.

Diese Perspektive bildet eine fachliche Grundlage der Kultursynthese™.

Das Feld erhebt keine medizinischen oder therapeutischen Wirkungsansprüche.

Nr° 6 Transdisziplinarität, Komplexitätsdenken und Systemintegration